Gebäude und Naturschutz

Die Gebäude der Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide...

Das Heidemuseum "Dat ole Huus" in Wilsede gehört zu den ältesten Freilichtmuseen der Bundesrepublik Deutschland... es wurde bereits 1907 gegründet...

Der Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide des Verein Naturschutzpark e.V. (VNP) hat im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide über 125 Gebäude im Eigentum. 41 dieser Gebäude sind als Baudenkmal ausgewiesen. Dieser Immobilienbestand mit seinen alten, meist reetgedeckten Heidebauernhäusern, Schafställen, Wirtschaftsgebäuden und Treppenspeichern gehört zum typischen Bild der Heide genauso dazu wie die Heide mit ihren vielgestaltigen Landschaftsformen selbst. Hinzu kommen noch knapp 100 Bienenzäune, die es zu unterhalten gilt.

Neben der Erhaltung dieser meist historischen Bausubstanz hat sich die Stiftung natürlich auch dem Naturschutz in und an seinen Gebäuden verpflichtet. Viele Tierarten haben sich im Laufe der Jahrhunderte als Kulturfolger des Menschen an dessen Bauweise angepasst und haben hier ihren Verbreitungsschwerpunkt und Lebensraum. Der VNP  ist sich seit langem der Verantwortung bewusst, die er zum Schutz von Fledermäusen, Schleiereule, Rauch- und Mehlschwalben und vielen anderen bedrohten Arten in unserer Region hat. Die hohe Anzahl an vereinseigenen Gebäuden bietet die Möglichkeit, viel zum Schutz bedrohter Arten beitragen zu können.

Davon sind 41 Gebäude als Baudenkmal ausgewiesen. Dieser Immobilienbestand mit seinen alten Heidebauernhäusern, Schafställen, Wirtschaftsgebäuden und Treppenspeichern gehört zum typischen Bild der Heide genauso dazu wie die Heide mit ihren vielgestaltigen Landschaftsformen selbst. Dazu kommen noch knapp 100 Bienenzäune und kleinere Nebengebäude, die der VNP zu unterhalten hat.

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass sich Naturschutz und menschliche Bauweise nicht ausschließen. Im Gegenteil: viele Tierarten haben sich als Kulturfolger des Menschen an dessen Bauweise angepasst und haben hier ihren Verbreitungsschwerpunkt und Lebensraum. Die Stiftung ist sich seiner Verantwortung bewusst, die sie zum Schutz von Fledermäusen, Schleiereule, Rauch- und Mehlschwalben und vielen anderen bedrohten Arten in der Region der Lüneburger Heide hat. Die hohe Anzahl an eigener Gebäudesubstanz bietet die Möglichkeit, viel zum Schutz bedrohter Arten beitragen zu können.

Mehr zum Thema "Gebäude und Naturschutz" im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide erfahren Sie auch auf der Internet-Präsentation des Verein Naturschutzpark e.V. (VNP) unter www.verein-naturschutzpark.de



Bienenzäune im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide...

Reetgedeckter Bienenzaun am Rande der blühenden Heide nahe Niederhaverbeck...

Bienenzäune (plattdeutsch: "Immentuun") gehören zum Bild der historischen Kulturlandschaft der Lüneburger Heide genauso dazu wie reetgedeckte Schafställe oder Jahrhunderte alte Heidebauernhäuser. Ein Bienenzaun ist ein überdachter, halboffener Stand, in dem Imker ihre Bienenvölker in Körben („Stülper“) oder Kästen aufstellen.

Bienenzäune sind Zeugen der historischen Korbimkerei, die über viele Jahrhunderte in der Lüneburger Heide Honig und Bienenwachs produzierte. Heute finden sich solche Anlagen in Norddeutschland oft nur noch als historische Relikte in der Nähe früherer Heideflächen. Nicht so aber im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide: denn der Verein Naturschutzpark e.V. (VNP) hat sich seit seiner Gründung vor fast 100 Jahren ebenso wie heute seine Stiftung auch um die Erhaltung dieser kleinen Gebäude in den Heideflächen bemüht. Heute gehören knapp 80 Bienenzäune in unterschiedlicher Größe und Dachabdeckung zum Gebäudebestand der Stiftung Naturschutzpark. 

Vorgänger des uns heute vertrauten Bienenzaunes war eine wesentlich einfachere Form des Schutzes der Bienenvölker vor Wind und Wetter: dabei wurden Bretter oder Äste auf den Boden gelegt, auf denen später die Bienenkörbe standen. Darüber bauten die Heidebauern als Regenschutz ein schräg stehendes Lattendach für eine Seite. Dieses wurde dann mit Heideplaggen bedeckt. Heute werden sie wesentlich stabiler gebaut: ein Bienenzaun ist aus einem rund 2 m hohen Holzgerüst aufgebaut, das eine Länge von 3 bis zu 12 m aufweist – oder wie der in seiner Form einzigartige Bienenzaun am „Dora-Hinrichs-Weg“ bei Wilsede geschlossen im Viereck umläuft. Die Tiefe beträgt zwischen 1 und 2 Metern. Als Schutz vor Regen und Wind sind die Rückseite sowie die Seitenflächen mit Brettern verkleidet.

Im Innern eines Bienenzaunes werden Holzbretter regalähnlich angebracht und die Bienenvölker regensicher und windgeschützt aufgestellt. Als Regenschutz dienen bei unseren Bienenzäune unterschiedliche Materialien: ein überwiegende Teil ist mit Reet eingedeckt – die sicher schönste, aber auch teuerste Variante der Dacheindeckung. Andere Bienenzäune sind mit Holzschindeln versehen, manche tragen ein Pfannendach. Die Stiftung Naturschutzpark wird bei Sanierungsarbeiten an den Dächern der Bienenzäune wo irgend möglich auch weiterhin versuchen, die Dacheindeckung in Reet zu erhalten. Eine weitere und im Vergleich zum Reetdach wesentlich günstigere Möglichkeit ist ein Regenschutz aus Lärchen-Deckelschalung: wo ein Dach marode, die Grundkonstruktion aber noch in Ordnung ist, haben VNP-Mitarbeiter und handwerklich versierte Imker schon eine ganze Reihe der kleinsten Gebäude in Stiftungsbesitz auf diese Weise saniert.



Von Reet- und Strohdächern...

Reetgedeckter Schafstall der Stiftung Naturschutzpark nahe dem "Fürstengrab" bei Niederhaverbeck...

Über 90 Gebäude der Stiftung Naturschutzpark sind mit Reet gedeckt. Reetdächer gehören zum Bild der historischen Kulturlandschaft des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide untrennbar dazu.

Die Heidebauern bauten ihr Haus einst mit dem, was die Natur in ausreichendem Maße hergab – in der Heide war das bei den Dächern in der Regel Stroh. Da die Halme der heutigen Getreidesorten nicht mehr lang und haltbar genug sind, verwendet man heute Reet (Schilfrohr). Der überwiegende Teil des heute verwendeten Reetmaterials kommt aus Österreich, Ungarn, Rumänien, Polen und der Türkei.

Bei uns findet man kaum noch Reet, das für die Dacheindeckung verwendet werden kann. Einerseits sind Reetsorten wie Reet aus Ostfriesland durch Verunreinigungen der Gewässer fast ausgestorben oder degeneriert. Andererseits stehen viele Gebiete, in denen Reet wächst, unter Naturschutz und dürfen aus diesem Grund nicht geerntet werden.

Reet ist ein Schilfrohrgewächs, das an den Ufern von Seen und Feuchtgebieten wächst. Es wächst im Wasser und enthält eine Menge Silicium. Dadurch ist es wetterhart. Es wächst in einjährigem Rhythmus heran und kann lediglich im Winter geerntet werden, wenn der See oder das Feuchtgebiet vereist ist. Obwohl es mittlerweile moderne Spezialmaschinen gibt, erfolgt die Ernte aufgrund des oftmals unwegsamen Geländes oft noch mit der Sichel per Hand. Nach dem Mähen müssen die Reetbunde von Stengeln und Verunreinigungen befreit werden. Eine spezielle Maschine „kämmt“ quasi die Reetbunde aus. Zum Abtrocknen wird das Reet danach bis zu einem halben Jahr stehend gelagert und je nach Verwendungszweck auf die richtige Länge zugeschnitten.

Reetdächer finden sich sowohl im nord- als auch im mitteleuropäischen Raum. Sie sind in unterschiedlicher Dachgestaltung in Dänemark, Frankreich oder in England zu finden. Bei uns findet man Reetdächer vorwiegend in Norddeutschland. Reetdächer sind nicht nur an heißen Sommertagen durch Blitzschlag oder Funkenflug besonders feuergefährdet. Dies begründet auch die höheren Versicherungskosten im Gegensatz zu mit Ziegeln eingedeckten Gebäuden. Mittlerweile lässt sich durch spezielle feuerhemmende Produkte der Entflammungspunkt von Reetdächern erhöhen. Als Folge von Funkenflug sollen die Chancen für das Ausbrechen eines Feuers dann kaum höher als bei pfannengedeckten Häusern liegen. Der VNP sieht von der Verwendung chemisch behandelten Reets wegen der nicht unproblematischen Entsorgung bei Erneuerung eines Daches ab. Und dies, obwohl es immer wieder einmal zu Gebäudebränden durch Feuer oder Blitzschlag kam. So brannte im Jahr 1973 ein erst drei Jahre alter Schafstall bei Inzmühlen ab, 1987 brennt das „Franz-Haus“ auf dem „Hillmershof“ in Wilsede fast vollständig ab – und wird sofort wieder aufgebaut.

Nicht jeder Dachdecker kann ein Reetdach eindecken: erst nach der Lehre dürfen sie sich Reetdachdecker nennen! Das Reet wird in Bunden auf das einzudeckende Dach gebracht. Dort wird es gebunden, genäht oder geschraubt. Beim gebundenen Dach beginnt der Reetdachdecker von der Traufe aus Lage für Lage der Reetbündel an der Holzlattung zu befestigen. Die Bunde werden auf die Lattung gelegt. Darauf kommt ein 5 mm starker Rundstahl parallel zur Lattung. Mit Bindedraht wird der Rundstahl alle 20 cm locker an der Lattung gebunden. Nun werden die Bunde aufgeschnitten und mit dem Klopfbrett in Form gebracht. Erst dann wird der Bindedraht fest angezogen. An Stelle des Bindedrahtes kann auch eine Schraube verwendet werden, um die mittig ein Draht gewickelt ist. Bei der genähten Deckung benötigt man eine gebogene und eine gerade Nadel. Mit der gebogenen Nadel wird der Draht durch das Reet durchgesteckt und mit der geraden Nadel auf der Innenseite des Daches aufgenommen. Ein neu eingedecktes Reetdach hat eine Stärke von mindestens 30 cm. Wichtig ist auch eine ausreichende Hinterlüftung des Daches: wer versucht, aus einem "alten", reetgedeckten Haus mit entsprechender Hinterlüftung ein "Null-Energie-Haus" zu machen, wird diesen Schritt bitter bereuen. Das Naturprodukt Reet würde von innen her vorzeitig verrotten.

Durch Witterungseinflüsse verrotten im Laufe der Jahre die Spitzen des Reets. Beschleunigt wird dieser Vorgang natürlich, wenn ein Reetdach von zu dicht am Haus stehenden Bäumen dauerhaft beschattet wird und Wind und Sonne das Dach nicht ausreichend abtrocknen können. Dann setzt noch schneller als normal eine Vermoosung der Dachfläche ein, die noch mehr Feuchtigkeit speichert und den Verrottungsprozess weiter beschleunigt. Wie schnell der Alterungsprozess voranschreitet, ist von verschiedenen Faktoren abhängig: je steiler die Dachneigung eines Gebäudes ist, desto haltbarer ist es. Es kann schneller abtrocknen als flache Dächer. Schädlich ist auch auf dem Reet liegendes Laub, das ähnlich wirkt wie Moos. Natürlich bestimmt auch die Qualität des verwendeten Materials eine wesentliche Rolle. Die Haltbarkeit von neu eingedeckten Reetdächern liegt heute je nach Standort, Materialqualität und Pflege zwischen 40 und 60 Jahren.



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